Nicole Lauener (CVP)</a>

Mein Weblog

Die Idee einer blogstarken politischen Website stammt nicht von mir. Meine Hamburger Freundin hat ihren Blog mit Erfolg schon seit längerer Zeit ins Netz gestellt. Politisch Interessierte an eigenen Gedanken teilzunehmen, aufzurütteln und auch zu provozieren, das passt auch genau zu mir. In diesem Sinne freue ich mich auf einen regen Austausch, auf Kommentare und Inputs.

Kein Rückschritt ins letzte Jahrhundert

Veröffentlicht am 25. Januar 2010 | 5 Kommentare

Als Lokalpolitikerin interessieren mich in erster Linie regionale politische Herausforderungen und ich engagiere mich im Dialog für deren nachhaltige und konstruktive Lösungen.
Aber es gibt auch immer Themen und Dossiers auf eidgenössischer Ebene, die mich als interessierte Bürgerin bewegen.

Nach einigen konkreten Massnahmen, insbesondere Familien in der gesellschaftlichen Realität wirksam zu stärken, sind nun auf nationaler Ebene zwei Initiativen geplant, die uns einen gesellschaftspolitischen Rückschritt in nur scheinbar überwundene frühere Zeiten bescheren möchten. Nachdem das Parlament im letzten Sommer einen generellen Steuerabzug von 250 Franken pro Kind und Jahr allen Eltern gewährt und mit einem maximalen Steuerabzug von 10′000 Franken pro Jahr für Drittbetreuungskosten die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf unterstützt, lanciert die SVP nun ihre Familieninitiative.

Die Partei, welche sich laut eigenen Angaben politisch gegen jedes Giesskannenprinzip wehrt, versucht mit ihrem Vorschlag eines generellen Steuerabzugs unabhängig von in Anspruchnahme einer Drittbetreuung der Kinder ihr Familienideal der Einernährerfamilie durch die Hintertüre durchzudrücken. Dem Parlament geht es bei der Gesetzesvorlage jedoch in erster Linie darum, die Steuerungleichheit von erwerbstätigen Eltern zu beseitigen. Denn gerade Eltern, die sich keine Einernäherfamilie leisten können, haben Ende Monat faktisch weniger Geld zur Verfügung, weil die Kosten für die Kinderbetreuung einen erheblichen Teil des Lohnes wegfressen und nicht abzugsberechtigt sind. Die Initiative der SVP belohnt vor allem diejenigen Eltern zusätzlich finanziell, welche heute schon die Wahlfreiheit bezüglich der Erwerbstätigkeit haben. Aus den gleichen Kreisen kommt übrigens die zweite Initiative, die den Schwangerschaftsabbruch aus der Grundversicherung streichen möchte.

Mit dem Slogan „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ pochen die Initianten auf die totale Eigenverantwortung, die letztlich finanziell schlecht gestellte Frauen in ihrer sonst schon schwierigen Entscheidungsfindung beschneidet und gesundheitlich bedroht. Ich will weder ein Steuergesetz, das mir eine familienpolitische Gesinnung aufdrückt noch einen gesundheitspolitischen Rückschritt ins Mittelalter. Ich setzte mich ein für eine moderne Schweiz, die tragfähige Lösungen für die gesellschaftlichen Veränderungen findet und ihre soziale Verantwortung gegenüber ihrer gesamten Bevölkerung wahrnimmt.

Swissgeogache oder moderne Schnitzeljagd mit GPS

Veröffentlicht am 22. Januar 2010 | Hinterlasse einen Kommentar

Für Eltern eine bekannte Situation: man will mit den Kindern draussen etwas unternehmen, aber spazieren, wandern oder velofahren ist gerade out. Ein Postenlauf oder eine Schnitzeljagd wären schon super, bringen die nötige “Action” – aber zuviel Vorbereitung und Organisation ist dafür nötig.
Wussten Sie, dass man heute nicht mehr Holzschnitzel auslegen muss, um eine spannende Jagd nach einem Schatz zu veranstalten? Geocaching nennt sich die Freizeitbeschäftigung, die übrigens unseren ganzen Globus erfasst hat: Inzwischen suchen weltweit high-tech-Schatzsucher ausgerüstet mit GPS nach kleinen und grossen Verstecken. Diese neue Freizeitbeschäftigung hat auch eine stetig wachsende Fangemeinde in der Schweiz. Auch meine Jungs haben sich schon wie Entdecker gefühlt und sind auf einen sagenhaften Schatz im eigenen Dorf gestossen – nein ich verrate jetzt nicht wo, nur soviel: das Seeufer war recht nahe. Bevor man loszieht, informiert man sich übrigens über Form und Grössenausmass der Box, denn jeder der einen Schatz hebt, muss anschliessend auch wieder was ins Kästchen legen für den nächsten Schatzsucher……

Vom Vergehen und Entstehen unserer Gemeinschaft

Veröffentlicht am 11. Januar 2010 | 2 Kommentare

SchirrmacherAuch dieses Jahr habe ich die Weihnachtsferien, dh. die paar Tage Ruhe und Musse zwischendurch nutzen können und intensiv gelesen. Meine Berliner Freundin – danke Aenne!! – hat mit ihrem Präsent voll ins Schwarze getroffen, denn für mich war schon lange nicht mehr ein Buch so anregend:

Frank Schirrmacher beschreibt in “Minimum” die Situation in die sich unsere Gesellschaft manöveriert, wenn wir unseren sozialen Beziehungen zuwenig Sorge tragen und er zeigt auf, wie wichtig verwandtschaftliche Netzwerke – sprich Familiensysteme – für unsere Zukunft sind. Gerade in Europa, wo Wirtschaftskrise und neoliberale Kräfte den Wohlfahrtsstaat immer mehr in Frage stellen, wird der Ruf nach der Familie, welche als privates Versorgungs- und Versicherungsnetz die Verantwortung übernimmt, immer lauter. Doch wer soll das genau sein? Die Anzahl der Singlehaushalte in den vergangenen Jahren in Agglomerationen und Städten ist sprunghaft gestiegen. Immer mehr Familiensysteme zerbrechen. Der Trend zur Individualisierung der Gesellschaft hält an. Und das grösste Problem: Es fehlt der Nachwuchs, der sich um die ältere Generation kümmert, die ihrerseits immer zahlreicher und älter wird.

Das Buch regt mich an, darüber nachzudenken, was zu tun ist, um in meinem persönlichen Lebensraum dafür zu sorgen, dass die bedrückende und beängstigende Vision Schirrmacher’s nicht Realität wird. Wir müssen uns der Bedeutung sozialer Gemeinschaften – Familien, Nachbarschaftshilfe, Vereine und Dorfgemeinschaften – wieder vermehrt klar werden. Generationenübergreifende Projekte – wie bsp. die Aktion der Leihgrosseltern in der Kinderbetreuung – dürfen trotz Wirtschaftskrise nicht weggespart werden. Es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert die Vernetzung, wenn verschiedene Institutionen eines Dorfes gemeinsam Anlässe organisieren – als Einwohnerin unterstütze ich dieses Engagement mit meiner Präsenz. Viele Vereine beklagen einen zunehmenden Mitgliederschwund und Sportvereine finden keine Trainer für Juniorenabteilungen – gerade im Sport wird das soziale Gewissen unserer Kinder gestärkt, wir Eltern sind gefordert, diese Vereine auch mit persönlichem Einsatz zu unterstützen. Ich vermisse an meinem Wohnort schon seit einigen Monaten den langjährigen Postboten, der durch eine billige Teilzeitkraft ersetzt wurde. Dabei erfüllen gerade auch Postboten wichtige soziale Funktionen für ältere Personen, die dank persönlicher und täglicher Briefzustellung sozialen Kontakt zur Aussenwelt haben.

Tja, das hört sich nun alles an nach “es gibt nichts gutes, ausser man tut es” – aber vermutlich ist es halt eben schon so, dass wir eigenverantwortlich unseren Beitrag leisten müssen. Und wenn wir bei uns in unserer unmittelbaren Umgebung damit anfangen, dann sind die Resultate für mich jedenfalls anregend genug, weiterzumachen. Das dies nicht gerade immer einfach und entspannend ist, das habe ich auch nicht behauptet, denn wo Gemeinschaft entsteht, gibt’s Reibung – aber die erzeugt schliesslich auch Wärme.

Elternbildung Erlenbach: Digitale Welt – Chancen und Risiken

Veröffentlicht am 11. Januar 2010 | Hinterlasse einen Kommentar

iStock_000009011981XSmallDie Elternbildung Erlenbach, die Refomierte Kirchgemeinde, der Jugendverein sowie die politischen Parteien Erlenbachs laden am 26. Januar 2010 um 20.00 Uhr Eltern von Jugendlichen sowie interessierte Personen zu einem Ausflug ins Web 2.0 ein.

Mobiltelefon, Internet, Tauschbörsen, Social Networks, Chat etc. sind feste Bestandteile in der Welt der Jugendlichen. Die Vorteile liegen auf der Hand – wo aber liegen die rechtlichen Grenzen? Wovor müssen Sie Ihre Kids schützen? Zwei Experten geben Antworten auf diese Fragen. Und sie helfen Ihnen, an Workstations mit Internetzugang praktischen Anschauungsunterricht zu geniessen.

Referenten:
Sascha Patak, Dr. iur. Rechtsanwalt
Mark A. Saxer, lic. phil. I, Co-Leiter Schweizer Polizei Informatik Kongress SPIK

Ort: Reformiertes Kirchgemeindehaus, Schulhausstr. 40, 8703 Erlenbach