CVP Pfannenstiel-Tagung zum Thema “Welche Schule wollen wir?”
Die unterschiedliche Berichterstattung zum Thema „Schule“ in den verschiedenen Medien und die Beiträge in den Leserbriefspalten bestätigen das aktuelle Interesse einer breiten Oeffentlichkeit an Bildungsfragen.
Die CVP des Bezirks Meilen greift anlässlich der diesjährigen Pfannenstiel-Tagung Themen rund um die Schule auf. Dabei soll der Titel der Veranstaltung verdeutlichen, wie vielschichtig Themen rund um die Schule sind und dass sie sich nicht auf eine Auseinandersetzung mit einigen – vorallem negativen – Schlagworten wie “Bildungsnotstand”, “Disziplin” oder “Gewalt” reduzieren lassen.
Ganz persönlich finde ich, dass sich die Frage der Bildung in unserem Land auch überhaupt nicht für politische Ringkämpfe zwischen rechts und links eignet. In diesem Sinne hoffe ich natürlich, dass viele interessierte Personen an der Tagung dabei sind.
Der Bogen zum Thema Schule ist gross: Von der aktuellen und künftigen Bildungspolitik bis zu den neurologischen neuen Erkenntnissen wie Lernen am besten gelingt. Die zentrale Frage aber bleibt „Welche Schule wollen wir -Eltern, Lehrer, Politiker eigentlich? Und vielleicht die wichtigste Frage: welche Schule brauchen eigentlich die Kinder um gut gerüstet in die Zukunft zu gehen? Der nebenstehende Film beleuchtet diese Fragen anhand der Schulen in Deutschland, die jedoch mit unserer Schul-Situation durchaus vergleichbar sind.
Die Podiumsdiskussion der CVP vom 13. September 2008 gliedert sich in 4 Teile:
° Eine Bestandesaufnahme der Institution Volksschule und Fragen wie: Was brauchen Kinder heute zum Lernen? Welche Aufgaben hat die Schule heute zu erfüllen? Inwieweit unterstützt die Politik und die Wirtschaft die heutigen Schulen? Was hat Erziehung und Bildung der jungen Menschen mit Politik und Staatsaufgaben zu tun?
° Stichwort Qualitätsmanagement von Schulen und Lehrern: Wie und ob funktioniert es? Was wünscht sich die Wirtschaft?
° Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Vorstössen in der Bildungspolitik: HarmoS, freie Schulwahl, Frühförderung
Im letzten Teil ist das anwesende Publikum aufgefordert, seine Fragen und Anregungen zum Thema Schule zu platzieren. Während des anschliessenden Apéros können diese Gespräche noch vertieft werden. Der Anlass ist öffentlich und unentgeltlich
Ort, Zeit und die Namen der eingeladenen Podiumsgäste finden Sie hier.


Robert Rauschmeier September 15th, 2008 05:41 am
Nachtrag zur Podiumsdiskussion zum Thema “freie Schulwahl”
Die Institution Schule muss flexibler und kundenorientierter werden. Sie muss in ihren Fundamenten verändert werden.
So sind grundlegende Einstellungsänderungen vorzunehmen.
Konkret denke ich an die Verbannung der Remotion (die Wiederholung von Klassen), vermehrte Schaffung von Ganztagsschulen, aushebeln der Hetze an Schulen (dichter Lernstoff), vermehrtes Lernen in Projekten und kooperatives Lernen, hinausschieben der Selektion nach 9 Schuljahren und nicht bereits nach 6 Jahren – und demnach auch keine Noten in den ersten 6 bis 9 Schuljahren. Dies wären einzelne Aspekte, die es ermöglichen würden, anders mit Kindern umzugehen, weil jetzt das System ganz anders ist. So wie jetzt immer noch Schule abgehalten wird und verläuft werden einige Kinder nach wie vor Verlierer sein, weil unser System so angelegt ist, dass sie Chancenungleichheit en masse produziert. Durch die freie Schulwahl wäre die Schule aber jetzt gezwungen sich rasch und adäquat zu verändern, weil ihnen ja sonst die “Kunden” davonlaufen. Das kann sich natürlich niemand leisten. Hier wären endlich die schlechten Schulen gezwungen wirklich hinzuschauen und sich “rasch” und effektiv zu verändern. All die bisherigen Schulreformen haben nicht die erwünschten Resultate erbracht, wie Pisa uns belehrt. Ich erhoffe mir durch die Annahme der Initiative “Ja freie Schulwahl für all” ein dynamischeres, durchlässigeres und offeneres sowie flexibleres Bildungssystem, welche wirklich für “alle” Kinder sich einsetzt und sich jetzt bemühen muss, damit möglichst viele Kinder in unserer Wissens- und Informationsgesellschaft Fuss fassen können und nicht zu Bildungsverlierern werden – wenn es Verlierer geben soll, dann müssen es die Schulen selbst sein – und nicht unsere Kinder – denn jedes verlorene Kind ist ein Kind zuviel, das verloren gegangen ist und uns immense Kosten schafft!
Hr.Dominique Blickenstorfer Oktober 29th, 2009 10:48 am
Sehr geehrte Frau Lauener! 28.10.2009
Mit sehr grossem Interesse habe ich Ihren Artikel zum Thema Bildungspolitik der CVP (Pfannenstil-Tagung) gelesen. Und möchte Ihnen dazu die folgenden Allgemeinfragen zum Thema Bildungspolitik unterbreiten: Auf der einen Seite setzen sich Pestalozzi, Wilhelm von Humboldt dafür ein, dass jedes Individuum nach seinen Fähigkeiten und Interessen ausgebildet wird. Und zwar durch Schüler-Gruppenarbeit zu bestimmten Interessensthemen usw. Aber-Warum erfolgt im Gegensatz zu diesen löblichen Vorbildern kaum eine Durchsetzung der Erstgenannten gegenüber dem Stoffpauken nach vorgegebenem Lehrplan? Und zwar auf der gesamten Schullandschaft, und insbesondere der Sekundarschule/Gymnasium?