Fragwürdige Schenkung des VVE
Aus der Pressemitteilung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Erlenbach (VVE) ist zu entnehmen, dass der Verein sich von seinen Grundstücken an der Zollerstrasse und Pflugsteinstrasse trennt. Er tritt sie unentgeltlich der Gemeinde Erlenbach mit der Auflage ab, dass diese Grünflächen für die Allgemeinheit als Ruhe- und Aussichtsflächen zu erhalten seien.
Als Einwohnerin der besagten Gemeinde freut mich diese uneigennützige und grosszügige Geste sehr. Und selbstverständlich kann ich auch nachvollziehen, dass der angesprochene Verein zur Finanzierung von Projekten in der Gemeinde – die ebenfalls den Erlenbachern zugute kommen sollen – die Ausnützungsziffer auf dem Land an der Pflugsteinstrasse dem Eigentümer des nachbarlichen Grundstücks zum Kauf anbietet. Wie dies die veröffentlichte Pressemitteilung dann weiter ausführt. Beim näheren Betrachten dieser geplanten Veräusserung stelle ich jedoch fest, dass diese Eigentümerin des nachbarlichen Grundstücks identisch mit dem Namen der Präsidentin des besagten Vereins ist.
Und ich erfahre durch einen Besuch auf dem Bausekretariat, dass auch auf dem übernächsten Grundstück – ebenfalls im Besitz der gleichen Person – bereits ein Baugesuch für eine Aufstockung des bestehenden Wohnhauses aufgrund der zum Kauf geplanten Ausnützungsziffer eingereicht wurde. In juristischer Hinsicht gibt es vermutlich wenig rechtliche Argumente, die gegen eine Bewilligung durch die Gemeinde Erlenbach sprechen. Vom moralischen Standpunkt her finde ich jedoch diesen Handel zumindest fragwürdig und erklärungsbedürftig. Und der Verkehrs- und Verschönerungsverein müsste sich doch überlegen, ob es richtig ist, als Wohltäter aufzutreten und gleichzeitig Hand für die Wahrung von Einzelinteressen zu bieten. Ich hätte wenigstens darauf verzichtet, diesen Umstand auch noch öffentlich zu kommunizieren!

