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In Zukunft noch weniger Chancengleichheit bei Gymi-Prüfungen


istock_000002159110xsmallDie Bildungsverantwortlichen auf Gymnasialstufe im Kanton Zürich schlagen Alarm wegen steigender Maturitätsquote und verlangen Massnahmen, um den Zugang zum Gymnasium zu erschweren und damit eine sinkende Qualität der Maturabgänger sowie die Einführung eines generellen Numerus Clausus zu verhindern. Tatsächlich stieg die Maturitätsquote im schweizerischen Durchschnitt von 10.6 % im Jahr 1980 auf 19.8 % im 2008.
Die korrigierenden Lehrkräfte im Kanton Zürich wurden dieses Jahr dazu angehalten, die hohen Erfahrungsnoten der Prüflinge durch entsprechende Prüfungsnoten herunter zu pegeln. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Anstatt über die Aspekte und die Gründe für einen solchen Zuwachs von Maturitätsabgängern nachzudenken – und davon gibt es einige, z.B. die massiv zunehmende Bildungsnähe der Eltern oder überhaupt unsere westliche Wissensgesellschaft – wird versucht den Status quo künstlich aufrecht zu erhalten. Diese Handlungsweise ist für mich aus verschiedener Hinsicht fragwürdig:
Immer mehr qualifizierte Arbeitsplätze werden durch ausländische Akademiker besetzt, weil deren Palmarès bereits bei Karrierebeginn beeindruckender ist oder weil ganz einfach qualifizierte Schweizer Akademiker für gewisse Positionen fehlen.
Aus Sicht der Chancengleichheit an unseren Schulen finde ich diesen Entscheid jedoch besonders stossend: Aufgrund dieser Verordnung werden intelligente, arbeitsame Kinder aus weniger begüterten Familien einmal mehr krass benachteiligt. Denn dieses System ruft nach tat- und finanzkräftiger Unterstützung der Kinder durch ein Elternhaus, das es sich leisten kann, ihre Kinder auf die veränderten Anforderungen zielorientiert zu trimmen. In Zukunft werden wohl nur noch jene bestehen, die in verschiedenen Nachhilfekursen und Lernstudios über den gelernten Pflichtstoff der Aufnahmeprüfungen hinaus pauken. Und ganz zum Schluss frage ich mich, wo da die viel gepriesene Absicht der Bildungsverantwortlichen bleibt, die Kinder fürs Lernen zu begeistern und ihre Selbstsicherheit im Umgang mit Neuem zu stärken. Auch aus entwicklungspsychologischer Sicht der Kinder finde ich diesen Entscheid nicht nachvollziehbar – indem sie nämlich ohne aus ihren Augen ersichtlichen Gründen zurückgestuft werden – und bestätigt mich in meinem Eindruck, dass hier wohl total theoretische Bildungstechnokraten am Werk sind.

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