Ja zur Initiative “Schutz vor Waffengewalt” vom 13. Februar 2011:Das Risiko minimieren und den Zugang zur Waffe zuhause erschweren

Ich setze mich für die Initiative zum Schutz vor Waffengewalt am 13. Februar 2011 mit Überzeugung ein. Ich glaube nicht an eine gewaltlose Gesellschaft, aber ich bin der Meinung, dass wir die gesellschaftliche Verantwortung tragen, insbesondere Risiken im Zusammenhang mit dem Besitz und der Lagerung von Armeeschusswaffen soweit als möglich zu minimieren.
Selbst Verantwortliche aus Militärkreisen bestätigen, dass die Armeewaffe zuhause heute keinen Sinn mehr macht und im Zeughaus sicher gelagert werden kann. Durch die Annahme der Initiative können Suizide, Unfälle mit Waffen oder häusliche Gewalt nicht generell verunmöglicht werden.
Aber wir erschweren den Zugang zu einer Waffe um eine solche Tat auszuführen. Denn oft genug passieren diese Handlungen im Affekt und die sofort verfügbare Waffe wird eingesetzt.
Diese Tatsache mit dem Verlust von Schweizer Werten abzutun ist zynisch und wertet das Leid der Angehörigen ab. Zudem: Unter Schweizer Werten verstehe ich unsere durch die Verfassung garantierten Rechte wie freie Meinungsäusserung, eine unabhängige Justiz oder auch Pressefreiheit. Die Freiheit eine Waffe zu tragen, gehört nicht dazu. Wie übrigens auch nicht das Recht auf den Besitz eines Führerausweises. Den muss ich ganz selbstverständlich erwerben und nachweisen, dass ich fähig bin, einen PW zu steuern. Und inzwischen brauche ich selbst für das Halten eines Hundes einen Nachweis. Jäger und Mitglieder von Schützenvereinen verfügen durch ihre Patente bzw. Mitgliedschaft bereits über einen Nachweis und sind von der Regelung nicht betroffen. Das zeigen im übrigen auch die Reaktionen aus diesen Kreisen, die dies bestätigen und unter vorgehaltener Hand im persönlichen Gespräch dem Anliegen der Initative sogar zustimmen.
Mehr Infos zum Initativkomitee “Schutz vor Waffengewalt” gibts hier
Und es gibt auch ein überparteiliches Frauenkomitee hier


Alexander Müller Januar 29th, 2011 14:29 pm
Frau Lauener, haben Sie gewusst, dass Armeewaffen bei Tötungsdelikten eine marginale Rolle spielen?
Schauen Sie sich doch einmal die Polizeiliche Kriminalstatisitk 2009 an. Sie finden diese auf der Webseite des Bundesamts für Statistik.
Dieser Statistik zufolge gab es 2009 insgesamt 236 Tötungsdelikte. Davon wurden 51 vollendet, d.h. endeten mit dem Tod der Opfer. Die meisten Tötungsdelikte wurden mit Schneid- und Stichwaffen verübt. Ausgerechnet diese Waffen verbietet die Initiative aber nicht. Stattdessen konzentrieren Sie sich in Ihrer Argumentation auf Armeewaffen, die bei Tötungsdelikten am wenigsten verwendet. Ein Grossteil der Tötungsdelikte wird übrigens von Ausländern, die keine Armeewaffe haben, verübt.
PS: Suizide sind übrigens keine Tötungsdelikte, da nicht verboten. Eine Studie hat gezeigt, dass Tötungsdelikte mit Armeewaffen zurückgehen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass keine Munition mehr mit nachhause abgegeben wird. Mit ungeladenen Armeewaffen kann man sich bekanntlich nicht erschiessen. Trotz Rückgang der Selbstmorde mit Armeewaffen ist die Suizidrate in der Schweiz nach wie vor hoch. Warum wohl? Weil man sich auch ohne Waffen umbringen kann und weil man sich aufgrund von persönlichen Problemen (Lebenskrise, Krankheiten wie Depressionen und körperliche Leiden usw.) umbringt und nicht etwa weil man eine Waffe hat und mal ausprobieren will wie das so ist, wenn man sich mit einer Waffe killt.