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Routinekontrolle oder Schikane der Schüler?


Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) betreut in Erlenbach zwei Ortsbuslinien, bei denen vor allem die Mittagskurse in der Mehrheit von Schülerinnen und Schülern der Primarschule ErlenbachHerbstwelle08_2k rege benutzt werden. Die Gemeinde Erlenbach unterstützt die Benutzung des öffentlichen Verkehrs der Kinder durch den hälftigen Beitrag an die Kosten eines Jahresabonnements und regt so auch Eltern aktiv an, auf den Taxidienst ihrer Kinder zur Schule zu verzichten.
Es ist nachvollziehbar, dass der ZVV auf diesen Ortsbuslinien unregelmässige Stichkontrollen auch über Mittag durchführt. Allerdings, wo besteht schon der Anreiz zum Schwarzfahren, wenn die Gemeinde sich am Jahresabonnement der Kinder beteiligt? Innert Monatsfrist haben trotzdem dreimal total vier Kontrolleure (einer davon begleitete den Bus im nachfolgenden Auto) den Mittagskurs systematisch abgeriegelt und alle Fahrgäste kontrolliert. Das Resultat im Wesentlichen: einige Kinder hatten den Schulthek über Mittag in der Schule gelassen und vergessen, das Abo in der Jackentasche zu verstauen – gegen Vorweisen des Abos und einer Unkostengebühr von jedes Mal CHF 5.- am Bahnhof ist die Sache für den ZVV erledigt. Da Mehrfahrtenkarten an den Haltestellen vor Eintreffen des Buses nicht abgestempelt werden können, müssen diese im Bus entwertet werden. Wenn viele Kinder mit Mehrfahrkartenabos einsteigen, haben jeweils diejenigen Kinder Pech, die zuhinterst anstehen: Die Kontrolleure steigen nämlich mit den Kindern in den Bus und entscheiden willkürlich wer noch abstempeln darf und wer das Weiterfahren des Buses verzögert. Diese Kinder erhielten bei den Kontrollen jeweils eine Busse von CHF 80.-. Da stellen sich für mich eine ganze Reihe von Fragen, die mir bis heute der Kundendienst des ZVV, den ich telefonisch um eine Stellungnahme gebeten habe nicht abschliessend beantwortet hat:

- Wo ist das Verhältnis zwischen personnellem Aufwand und finanziellem Ertrag bei diesen Kontrollen, die ich notabene inzwischen nicht mehr als Stichkontrollen sondern Schikane gegenüber Kinder und Eltern wahrnehme?
- Wieso besteht an den Bushaltestellen – insbesondere an derjenigen vor der Schule Erlenbach – keine Möglichkeit vor Eintreffen des Buses die Mehrfahrkarte zu entwerten?
- Wieso ist es uns Eltern nicht erlaubt, eine Kopie des Abos unserer Kinder in der Jackentasche zu deponieren? Kinder in diesem Alter sind schnell abgelenkt und vergesslich.

Und dann muss ich aus den Gesprächen, die ich mit den Kindern geführt habe, auch schliessen, dass der Respekt der Kontrolleure gegenüber den kleinen Fahrgästen zumindest nicht der gleiche ist wie gegenüber Erwachsenen. Oder wie muss ich das deuten, wenn Kinder am Entwerten der Mehrfahrkarte gehindert werden oder man ihnen sagt, man komme so lange kontrollieren, bis sie’s endlich begreifen? Die Erziehungskompetenz für unsere Kinder liegt nicht beim ZVV.
Es ist klar, dass das Verhalten des ZVV auch die Pläne der Schule, die Lösungen zur Vehinderung von täglichen Mittagsstaus vor der Schule sucht, so systematisch durchkreuzt.

Wie wäre es, wenn die beteiligten Institutionen – Schulleitung, Elternrat und ZVV – sich zu einem konstruktiven Gespräch treffen und gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung für alle suchen? Ich erwarte zudem vom ZVV, dass er seine Kontrolleure und auch Buschauffeure in der Aus- und Weiterbildung anweist, auch gegenüber Kindern den nötigen Anstand und Respekt walten zu lassen.

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