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Schulanfang 2008: Mit dem “Walking-Bus” zur Schule


Am kommenden Montag, 18. August 2008 beginnt für viele Eltern und Kinder ein neuer Lebensabschnitt:
Aus dem “Chindsgi”-Kind wird ein Schulkind. Die Vorfreude und Aufregung ist in den Familien sicherlich gross. Neben all den Neuigkeiten, die der Schuleintritt eines Kindes mit sich bringt ist auch der Schulweg ein vieldiskutiertes Thema.
Während bis vor ein paar Jahren die Kinder den Schulweg mehrheitlich per pedes zurücklegten, werden heute viele ABC-Schützen mit dem Auto in die Schule gebracht. Als Grund geben Eltern Sicherheitsüberlegungen, Rücksichtsnahme auf die Kinder bei schlechtem Wetter oder Zeitersparnis an. Wieso Eltern jedoch aus Gründen bezüglich der Entwicklung Ihrer Kinder diesen unbedingt den Schulweg zu Fuss ermöglichen sollen, zeigt die neue Kampagne des VCS eindrücklich. Natürlich gibt es Kinder, die keine idealen Bedingungen für eine selbständige Bewältigung des Schulwegs vorfinden: Unüberschaubare Strassenübergänge, hohes Verkehrsaufkommen, einsame Wege oder fehlende begleitende “Gschpänli”. Vorallem in Deutschland und neu auch in wenigen Schweizer Orten wird daher auf ein neues Verkehrsmittel gesetzt, das Eltern einerseits von den Taxifahrten zur Schule entlastet und gleichzeitig den Kindern die Erfahrung eines Schulwegs ermöglicht:
Der “Walking Bus” ist ein organisierter Schulbus auf 2 Beinen: An vorher durch die Schule (bei uns könnten dies die Elternräte sein) festgelegten Haltestellen warten die Kinder jeden Morgen, bevor sie von ihren Schulkameraden – begleitet an der Spitze und am Schluss durch 2 Erwachsene – abgeholt werden. Die Vorteile sind bestechend: Die Kinder sind auf dem Schulweg betreut und nicht alleine unterwegs, sie bewegen sich und erkunden ihre Umwelt und endlich verringern sich die täglichen Autokolonnen sowie das Wildparken in unmittelbarer Nähe der Schulen.
Der “Walking-Bus” ist für Kinder der ersten drei Jahre der Primarschule gedacht.
Welche Elternräte in unserem Bezirk fühlen sich angesprochen oder gibt es bereits konkrete Ueberlegungen für die Umsetzung in einer Seegemeinde?

2 Kommentare to "Schulanfang 2008: Mit dem “Walking-Bus” zur Schule"

  1. Robert Rauschmeier August 16th, 2008 09:58 am

    Liebe Frau Lauener

    Es lohnt sich, Gedanken über die zunehmende Selbständigkeit unserer Kinder zu machen. Der Schulweg ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Toll ist, dass es solche Alternativen wie den “Walking-Bus” gibt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass die Welsche Schweiz damit schon früher begonnen hat.
    Gut ist, wenn auch wir Deutschschweizer vermehrt dafür sorgen, dass die Kinder weniger Einschränkungen in ihren Beweungsräumen haben. Weil sonst wichtige Entwicklungen und somit Ressourcen (Fähigkeiten) verkümmern und schliesslich verloren gehen. Kinder machen zudem die Erfahrung, dass man ihnen vertraut. Indem jemand als Kontaktperson und Begleitperson anwesend ist, müssen Eltern sich auch viel weniger Sorgen machen, was wieder positiv auf das “Vertrauenskonto” an die Kinder zurückfällt. Dabi ist der “Walking-Bus” ein Phänomen, welcher stellvertretend für viele Strukturen und Verhaltensweisen stehen darf. Wir müssen uns weitere Gedanken machen, wie wir die Kinder immer mehr in die Selbständigkeit (altersensprechend, also in keinster Weise überfordernd) entlassen können. Nur so werden wir kompetente Kinder, Jugendliche und schliesslich Erwachsene heranbilden können, welche Vertrauen in sich, in andere und in die Fähigkeiten entwickeln konnten. Dies sind Metakompetenzen der Zukunft, die dringend in einer Wissensgesellschaft benötigt werden, weil zunehmend wir Menschen auch auf eigene schöpferische Leistungen und kreative Prozesse angewiesen sein werden. Dies können aber nur Menschen leisten, welche von früh an und adäquat an die Erwachsenen die Kernbotschaft “Hilf mir es selbst zu tun” richten konnten und dies ihnen auch gewährleistet wurde bzw. werden konnte.

  2. Mia August 18th, 2008 11:35 am

    Das mit dem Walking-Bus finde ich eine sehr gute Idee. Ich bin heute eine Oma von u.a. einem jüngeren Schulkind und mir fällt immer wieder auf, wie unselbständig manche Kinder in diesem Alter noch sind. Als meine eigenen Kinder eingeschult wurden (in der Großstadt) gab es von der Schule eingeteilte Schülerlotsen – das waren Kinder aus oberen Klassen- die die Kleinen an bestimmten Sammelstellen abgeholt und bis zur Schule begleitet haben. Das gab den Schulanfängern die Möglichkeit, sich unter Anleitung mit dem Schulweg und seinen eventuellen Tücken vertraut zu machen. Leider sind die Gefahren derzeit für die kleinen Schulanfänger ungleich höher und es ist schon richtig, wenn Erwachsene zusammen mit größeren Kindern die Begleitung übernehmen. Sinnvoll wäre dabei, wenn die Kleinen dabei ins richtige Verhalten im Straßenverkehr und anderen Gefahrenzonen eingewiesen würden und so nach und nach befähigt werden, selbständig ihren Schulweg zu bewältigen.

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