Nicole Lauener (CVP)</a>

Mein Weblog

Die Diskussion begann gleich, als meine erste Homepage online ging: Ja, dürfen Politiker denn so schreiben? Flapsig? Manchmal gar ironisch?

Ganz klar: Sie dürfen. Ich jedenfalls werde das hier im halb-privaten Blog auch weiterhin tun. Mögen sich Spießer, Gouvernanten und bestimmte Puristen doch auf den Kopf stellen!

Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – darum: Ein doppeltes Ja zur Kinderbetreuungsinitiative vom 13. Juni 2010!

18. Mai 2010 | Hinterlasse einen Kommentar

Mit der Kinderbetreuungsinitative vom 13. Juni 2010 ermöglichen wir allen Eltern frei zu entscheiden, welche Form der familienergänzenden Kinderbetreuung sie wählen wollen und wir stärken endlich die bisher vor allem theoretische Absicht, endlich die Schaffung genügender Plätze sicherzustellen. Während die familienergänzende Betreuung für schulpflichtige Kinder durch das neue Zürcher Volksschulgesetz festgehalten und in Angriff genommen worden ist, fehlen für Kinder im Vorschulalter, also für Kinder von 0-4 Jahren, trotz grosser Nachfrage immer noch eine genügende Anzahl von Betreuungsplätzen. Zwar sind die Städte Zürich und Winterthur oder Agglomerationsgemeinden wie beispielsweise im Bezirk Meilen gut abgedeckt, aber besonders auf dem Land steckt die familienergänzende Betreuung buchstäblich noch in den Kinderschuhen. Denn gerade finanzschwache Landgemeinden können kein angemessenes Angebot der familienergänzenden Betreuung sicherstellen. Die Initative will, dass der Kanton die Gemeinden nicht nur auffordert, eine Bedarfsabklärung zu machen, sondern ihn dazu verpflichtet, die Gemeinden in ihrem Vorhaben finanziell zu unterstützen. Denn auch wenn gewisse politische Kreise sich nach der klassischen Einernäher-Familie zurück sehnen: in unserer heutigen Gesellschaft ist die zumindest teilzeitliche Erwerbsarbeit von Vater und Mutter aufgrund des eigenen Entscheides und noch mehr aus wirtschaftlicher Notwendigkeit eine gesellschaftliche Realität. Wir sind aufgefordert, dieser -unabhängig von unserer subjektiven Gesinnung- endlich mit griffigen Lösungen zu begegnen und mit Blick für das Kindwohl dementsprechende Massnahmen zu ergreifen. Die überwiegende Mehrheit der Eltern bei uns nimmt übrigens auch heute immer noch den grösseren Teil ihrer erzieherischen Verantwortung selber wahr: Die meisten Kinder, welche sogenannt fremdbetreut werden, sind durchschnittlich zwei, max. drei Tage pro Woche ausserhalb ihrer Familie betreut. Der Begriff „familienergänzend“ und nicht etwas „familienersetzend“ spricht da für sich.
Am 20. Mai findet eine Informationsveranstaltung der Zürcher Frauenzentrale zu diesem Thema statt.

Überlegungen zum Schulcampus Erlenbach

5. März 2010 | Hinterlasse einen Kommentar

Unsere einzigartige Gemeinde am Zürichsee hat viele Vorzüge: die überschaubare Anzahl der Bevölkerung, Grün- und Erholungszonen wie das Erlenbacher Tobel und ein lebendiges Vereins- und Kulturleben gehören dazu. Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern überzeugt mich auch der natürlich gewachsene Schulcampus: Primarschule, Kinderkrippe, familienergänzende Betreuung und Musikschule sind in unmittelbarer Nähe und bilden auf dem Plateau von Turmgut und Allmendli eine Einheit. Zudem engagiert sich die Gemeinde im Rahmen des Altersprojekt “Neuer Gehren” auch aktiv dafür, dass ein neues Kleinschwimmbecken nun auf dem Gelände der Zivilschutzanlage Allmendli geplant wird und die bestehende Infrastruktur von Sportplatz und Turnhallen ergänzt.
Trotzdem wird uns die Infrastuktur und das Angebot des Schulcampus in den nächsten Jahren beschäftigen und herausfordern. Nachdem die Kinderkrippe feuerschutzpolizeilichen Standards nicht mehr genügt und auch raummässig aus allen Nähten platzt, stellt sich die Frage, ob eine Anpassung des Gebäudes gemäss den Richtlinien überhaupt Sinn macht oder ein anderer Standort geprüft werden muss. Im erweiterten Areal des Schulcampus befindet sich zudem die Spielgruppe “Teddybär” für Kinder im Vorschulalter, welche schon seit mehreren Jahren in sanierungsbedürftigen Räumlichkeiten untergebracht ist und somit ebenfalls Handlungsbedarf anzeigt.

Desweiteren erfährt man im Gespräch mit Lehrpersonen und Kindern, dass die räumliche Trennung zwischen einzelnen Schulzimmern der Primarstufe im Pavillon und den restlichen Klassen im unteren und oberen Hitzberg nicht optimal ist und den schulischen Alltag unnötig erschwert. Der Elternrat hat in Zusammenarbeit mit der Schulleitung “Superpausen” in unregelmässigen Abständen eingeführt. In der meisten Zeit jedoch ist es den Schülerinnen und Schülern im Pavillon nicht möglich, ihre Gspänlis ennet der Schulhausstrasse in den Pausen zu treffen. Auch für die Lehrpersonen ist der ständige Fussweg zwischen Hitzberg und Pavillon nicht optimal, umso mehr wenn Lehrpersonen klassenübergreifend in der gleichen Stufe zusammenarbeiten möchten. Und für die sonderpädagogische Unterstützung der Klassen verbraucht die räumliche Distanz unnötig zeitliche und finanzielle Ressourcen. Zum Schluss stellt sich die Frage, ob die Aufteilung der Oberstufe zwischen Herrliberg und Erlenbach mit dem letzten Schuljahr in Erlenbach organisatorisch und logistisch überhaupt Sinn macht oder mit einem einheitlichen Standort der Oberstufe in Herrliberg die frei werdenden Räumlichkeiten für eine ungeteilte Primarschule genutzt werden könnten.
Eine Strukturbereinigung des Schulcampus tut also Not. Dabei muss genügend Zeit und Raum sein, die verschiedenen Bedürfnisse und Konstellationen sorgfältig aufzulisten und alle verfügbaren Möglichkeiten im Sinne eines uneingeschränkten Brainstormings umsichtig zu prüfen. Der Schulcampus der Zukunft in Erlenbach muss den räumlichen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Ansprüchen genügen, aber auch die wichtigen Bedürfnisse der Kinder und Lehrpersonen berücksichtigen und gezielt aufnehmen. Dies trägt dazu bei, dass die Qualität unserer Schule nachhaltig gesichert ist.

Betreuungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter sind ein Standortvorteil für Gemeinden

28. August 2008 | Hinterlasse einen Kommentar

Eltern und solche die es gerne werden möchten, wählen ihre Wohngemeinde auch immer mehr aufgrund der vorhandenen familienergänzenden Betreuungsangeboten aus. In den Agglomerationen des Kantons Zürich finden diese Eltern oft ein gut bis – wie bei uns im Bezirk Meilen – sehr gut ausgebautes Netz an Krippen und Spielgruppen. Aber in ländlichen Gebieten hapert es bisweilen noch ziemlich an Einrichtungen für Kinder im Vorschulalter. Dieser Tatsache nimmt sich nun endlich auch der Kantonsrat an und spricht sich mit klarer Mehrheit für kantonale Richtlinien in sämtlichen Gemeinden des Kantons Zürich aus.
Selbstverständlich soll die Eigenverantwortung der Eltern nicht ausschliesslich an den Staat, bzw. an die Gemeinden delegiert werden. Es ist jedoch eine gesellschaftliche Realität, dass immer mehr Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familienpflichten wünschen und auch aus wirtschaftlichen Gründen benötigen.
Zudem gibt es ein paar Tatsachen, die klar dafür sprechen, dass auch dieses familienpolitische Anliegen – bedarfsgerechte Betreuungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter – endlich wahrgenommen und umgesetzt wird:

° Gut ausgebildete Frauen entscheiden sich für Kinder, wenn sich die Möglichkeit einer Weiterarbeit nach der Geburt gut realisieren und finanzieren lässt

° Gemeinden, die Familien auch als gute Steuerzahler gewinnen möchten, haben einen Standortvorteil wenn sie ein den Bedürfnissen entsprechendes Angebot an familienergänzenden Betreuungseinrichtungen vorweisen können

° Die frühe familienergänzende Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund vereinfacht und unterstützt wesentlich deren Integration in unsere Schweizer Gesellschaft.

° aus neuen Erkenntnissen der neurologischen Forschung und der Entwicklungspsychologie weiss man, dass Kinder im Austausch untereinander besonders im Bereich der sozialen Kompetenz enorm viel profitieren.