Überlegungen zum Schulcampus Erlenbach

Unsere einzigartige Gemeinde am Zürichsee hat viele Vorzüge: die überschaubare Anzahl der Bevölkerung, Grün- und Erholungszonen wie das Erlenbacher Tobel und ein lebendiges Vereins- und Kulturleben gehören dazu. Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern überzeugt mich auch der natürlich gewachsene Schulcampus: Primarschule, Kinderkrippe, familienergänzende Betreuung und Musikschule sind in unmittelbarer Nähe und bilden auf dem Plateau von Turmgut und Allmendli eine Einheit. Zudem engagiert sich die Gemeinde im Rahmen des Altersprojekt “Neuer Gehren” auch aktiv dafür, dass ein neues Kleinschwimmbecken nun auf dem Gelände der Zivilschutzanlage Allmendli geplant wird und die bestehende Infrastruktur von Sportplatz und Turnhallen ergänzt.
Trotzdem wird uns die Infrastuktur und das Angebot des Schulcampus in den nächsten Jahren beschäftigen und herausfordern. Nachdem die Kinderkrippe feuerschutzpolizeilichen Standards nicht mehr genügt und auch raummässig aus allen Nähten platzt, stellt sich die Frage, ob eine Anpassung des Gebäudes gemäss den Richtlinien überhaupt Sinn macht oder ein anderer Standort geprüft werden muss. Im erweiterten Areal des Schulcampus befindet sich zudem die Spielgruppe “Teddybär” für Kinder im Vorschulalter, welche schon seit mehreren Jahren in sanierungsbedürftigen Räumlichkeiten untergebracht ist und somit ebenfalls Handlungsbedarf anzeigt.

Desweiteren erfährt man im Gespräch mit Lehrpersonen und Kindern, dass die räumliche Trennung zwischen einzelnen Schulzimmern der Primarstufe im Pavillon und den restlichen Klassen im unteren und oberen Hitzberg nicht optimal ist und den schulischen Alltag unnötig erschwert. Der Elternrat hat in Zusammenarbeit mit der Schulleitung “Superpausen” in unregelmässigen Abständen eingeführt. In der meisten Zeit jedoch ist es den Schülerinnen und Schülern im Pavillon nicht möglich, ihre Gspänlis ennet der Schulhausstrasse in den Pausen zu treffen. Auch für die Lehrpersonen ist der ständige Fussweg zwischen Hitzberg und Pavillon nicht optimal, umso mehr wenn Lehrpersonen klassenübergreifend in der gleichen Stufe zusammenarbeiten möchten. Und für die sonderpädagogische Unterstützung der Klassen verbraucht die räumliche Distanz unnötig zeitliche und finanzielle Ressourcen. Zum Schluss stellt sich die Frage, ob die Aufteilung der Oberstufe zwischen Herrliberg und Erlenbach mit dem letzten Schuljahr in Erlenbach organisatorisch und logistisch überhaupt Sinn macht oder mit einem einheitlichen Standort der Oberstufe in Herrliberg die frei werdenden Räumlichkeiten für eine ungeteilte Primarschule genutzt werden könnten.
Eine Strukturbereinigung des Schulcampus tut also Not. Dabei muss genügend Zeit und Raum sein, die verschiedenen Bedürfnisse und Konstellationen sorgfältig aufzulisten und alle verfügbaren Möglichkeiten im Sinne eines uneingeschränkten Brainstormings umsichtig zu prüfen. Der Schulcampus der Zukunft in Erlenbach muss den räumlichen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Ansprüchen genügen, aber auch die wichtigen Bedürfnisse der Kinder und Lehrpersonen berücksichtigen und gezielt aufnehmen. Dies trägt dazu bei, dass die Qualität unserer Schule nachhaltig gesichert ist.

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