..und täglich grüsst der Murmli oder was ich unter familienfreundlichen Skiferien verstehe
Jedes Jahr nach unseren Skiferien in Serfaus im Tirol frage ich mich von Neuem: Wieso gibt’s eigentlich bei uns in der Schweiz kein bekanntes Skigebiet, das sich ausschliesslich den Kindern und ihren Eltern verschrieben hat, wo Sicherheit und Hilfe für die Kleinsten an den Skiliften ungefragt geleistet wird und der Spass im Schnee in der Skischule schon morgens beim gemeinsamen Aufwärmen beginnt? Eben ein Skigebiet, dass nicht nur Familienfreundlichkeit anpreist, sondern auch lebt. Bei unseren Skiwochenenden in den heimischen Bergen erlebe ich immer wieder, dass Eltern beim Aus- und Einstieg mit ihren Kindern an den Beförderungsanlagen sich selber überlassen bleiben – das Liftpersonal trollt sich erst dann aus der wärmenden Kabine, wenn offensichtliche Gefahr im Verzug ist, man unmissverständlich um Hilfe bittet oder das Kind bereits schon schief auf dem Sessel sitzt. In Serfaus steht das zuständige Personal ständig neben dem Ein- und Ausstieg der Lifte. Die Kinder werden beim Aufsitzen unterstützt, eine zusätzliche Vorrichtung am regulären Sesselbügel vermindert das Durchrutschen und gibt Sicherheit. Bei der neuen Familienbahn Gampen im Gebiet der Mittelstation Komperdell können die Liftbetreiber sogar den Boden beim Einstieg in der Höhe verändern. Eine zusätzliche Unterstützung für das Aufsitzen der kleinsten Pistenflitzer.
Die Skischule besticht durch eine ausgewiesene pädagogische Betreuung. Auch wenn es gerade während der Hochsaison turbulent zu und her geht, der Humor und die Freundlichkeit der SkilehrerInnen ist wirklich ansteckend.
Natürlich, dies alles braucht ein sorgfältiges Konzept und Investition in ein spezifisches Zielpublikum. Das ist ein gewaltiger Aufwand, den Serfaus in langjähriger Aufbauarbeit getätigt hat. An unserem Beispiel – wir sind “Wiederholungstäter” und bereits das fünfte Jahr da – zeigt es sich jedoch, dass sich die Arbeit lohnt. Während unseren diesjährigen Ferien haben wir übrigens auch viele andere Schweizer Familien getroffen, die sich ebenfalls immer wieder für Skiferien in Serfaus entscheiden, weil ein solches Angebot in der Schweiz ganz offensichtlich fehlt. Die kleinen Pistenflitzer und Schneekinder sind die begeisterten Ski- und Wintersportler von morgen. Das sollte eigentlich unsere einheimischen Skigebiete motivieren, mal über den Tellerrand zu schauen und zu überlegen, wie dieses Erfolgsrezept auch in die Schweiz übernommen werden könnte.

