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Wie begegnen Eltern der Anziehungskraft virtueller Welten?



World of Warcraft ist momentan eines der wohl beliebtesten und lukrativsten Online-Computerspiele weltweit. Themen und visuelle Aufmachung gleichen “Lord of the Rings”. Mythologie und Strategie spielen eine zentrale Rolle. World of Warcraft ermöglicht dem Spieler, seine eigene Identität selber zu definieren und Teil eines grossen Ganzen zu sein. Er findet Freunde und Verbündete, erlangt Ruhm und Ehre im Kampf gegen seine Feinde.
World of Warcraft ist für mich kein Killercomputerspiel im eigentlichen Sinne. Aber ich empfinde es als nicht ungefährlich für diejenigen jungen Menschen, die ihre Anerkennung und ihren Rückhalt in der Gesellschaft nicht im realen Leben finden. Gerade bei World of Warcraft ist das Suchtpotential enorm.

Ich bin überzeugt, wenn Eltern und Bezugspersonen in einer persönlichen intensiven Beziehung zu ihren Kindern stehen, sie unterstützen und stärken, bleibt World of Warcraft zwar reizvoll. Aber Kinder, die sich wahrgenommen wissen, erliegen nicht der totalen Anziehungskraft solcher virtueller Spiele und kapseln sich weniger vor dem Computer ab. Ich persönlich finde auch, dass wir Eltern uns mit den Realitäten von Computerspielen und Internetplattformen aktiv auseinandersetzen müssen. Es muss uns interessieren, wieso unsere Kinder ihre Gefühle in Computerspielen ausleben oder sich auf Facebook befreunden und austauschen. Der Grundsatz “zuerst Beziehung dann Erziehung” gilt für uns Eltern auch in der Auseinandersetzung unserer Kinder mit Internet und Computer.

Und wie gehen wir mit menschenverachtenden Killercomputerspielen um?Der Ruf nach einem Verbot solcher Spiele nach Gewaltexzessen unter Jugendlichen oder gar Amokläufen an Schulen ist schnell da und das Bedürfnis, etwas dagegen zu tun gross. Nach einem kurzen Surfen im www stelle ich fest, dass auch ohne eigentliche Verbote zumindest mal die Beschaffung solcher Spiele für Minderjährige massiv eingeschränkt werden könnte. Es müssten nur unsere bestehenden Gesetze angewandt, bzw. verstärkt werden.
Ich bin schockiert, wenn ich feststellen muss, dass das offenbar zu den grössten zählenden deutschsprachige Portal für solche Kriegsspiele auch noch öffentlich unserer Schweizer Regierung für die lasche Gesetzgebung dankt, die es möglich macht, den Server in die Schweiz umzuziehen, nachdem dieser in Deutschland gesperrt bzw. zensiert wurde.
Bei ricardo.ch kann man unter Computerspiele von Egoshooter über CounterStrike bis zu Battlefield jedes dieser Ballergames ersteigern. Ich frage mich da, wie die Alterslimite wirklich überprüft werden will. Solche Spiele gehören nicht auf Internetverkaufsplattformen. Bei einem Erwerb muss – analog von Alkohol- und Tabakverkauf- der Käufer persönlich seine Volljährigkeit beweisen. Selbstverständlich werden wir so nicht verhindern können, dass trotzdem Spiele in die Hände Minderjähriger geraten. Aber wenigstens erschweren wir es und beziehen als Gesellschaft klar dazu Stellung. Wir brauchen endlich einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz. Hier sind unsere Politikerinnen und Politiker auf nationaler Ebene gefordert.
Aber auch wir als Eltern und Bezugspersonen unserer Jugendlichen müssen immer wieder versuchen mit unseren Kindern im Gespräch zu bleiben und dies gerade auch bei vorübergehender Funkstille und schwieriger Kommunikation während der herausfordernden Zeit der Pubertät.

Übrigens: Nicht nachvollziehbar für mich ist die Tatsache, dass solche Killergames bereits zur regelmässigen Freizeitbeschäftigung von speziell dafür gegründeten Clubs von erwachsenen Männern gehören, die sich sogar im Rahmen von Meisterschaften am Computer bekämpfen…

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